Brasilien-Exkursion 2000

Geißelspinnen

Autor des Artikels im offiziellen Exkursionsbericht: Kai Zanzinger

Unseren ersten Kontakt mit diesen ungewöhnlich anmutenden Tieren hatten wir des Nachts im Wald am Rio Marcá. Und später, in einer Höhle in der Chapada dos Guimarães sollten wir den Geißelspinnen noch ein zweites Mal begegnen. Da uns diese Begegnungen sehr beeindruckt haben, seien sie hier kurz vorgestellt.

Systematik und Beschreibung

Die Geißelspinnen (Amblypygi) gehören in der Ordnung der Spinnenartigen (Arachnida) zur Unterordnung der Pedipalpi. Es gibt rezent etwa 100 Arten, eine davon in Europa auf Rhodos und Kos.

Die Tiere sind eher kurz und abgeplattet, ihr Hinterleib ist einheitlich gestaltet. Ihr zweites Extremitätenpaar, die Pedipalpen, sind zu dornbewehrten Fangapparaten umgestaltet. Auffällig ist ihr erstes Beinpaar, das zu langen, vielgliedrigen Tastorganen umgebildet ist.

Geißelspinne
Geißelspinne

Lebensweise

Geißelspinnen sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Spalten oder Höhlungen, oft im Wurzelbereich von Bäumen. Nachts gehen sie auf Jagd nach Heuschrecken, Nachtfaltern und anderen Insekten. Dabei sitzen sie oft ruhig an einem Platz und bewegen nur ihre Tastbeine in alle Richtungen. Hat die Geißelspinne ein Beutetier ertastet, so kriecht sie langsam immer näher, um dann blitzartig mit ihren Pedipalpen zuzuschlagen.

Geißelspinnen haben ein fest umgrenztes Revier. Dazu gehört in der Regel ihre Höhle und ein bestimmter Abschnitt am Stamm eines Baumes, wobei dieser Abschnitt eine bestimmte Größe haben muß. Erst ab einer bestimmten Baumdicke kann man also mehrere Exemplare am selben Stamm antreffen.

Das Weibchen legt zwischen 20 und 40 Eier ab. Diese werden in einem Brutsack mitgetragen, bis nach ca. dreieinhalb Monaten die Pränymphen schlüpfen. Diese bleiben noch einige Tage auf dem Hinterleib der Mutter, bis sie sich schließlich zu Protonymphen häuten und dann die Mutter verlassen. Nach fünf bis acht weiteren Häutungen sind die Jungtiere geschlechtsreif, wachsen dann jedoch ein Leben lang weiter.

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Autor dieser Seite: Christoph Lutz.
Letztes Update: 18.01.2004