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Drittes Etappenziel: Macaé
Reisebericht
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| Den Abschluß unserer Exkursion bildete ein Aufenthalt beim nationalpark Jurubatiba an der Atlantik-Küste, nördlich von Rio de Janeiro. Hier lernten wir wieder ein völlig anderes Brasilien kennen, als wir es am Amazonas oder im Pantanal erlebt hatten. |
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| Autor des Artikels im Exkursions-Bericht: Rainer Radtke |
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Der Nationalpark Jurubatiba befindet sich ca. 2 Autostunden nördlich von Rio de Janeiro und umfaßt Gebiete von drei Gemeinden: Macaé, Quissamã und Carapebus. Die Besonderheit des Parks sind seine vielen Lagunen (18 Stück) und einige Brack- oder Süßwassersümpfe. Die Lagunen reichen fast bis zum Meer und sind lediglich durch einen Sandstreifen von diesem getrennt.
Als Vegetationstyp überwiegt im Nationalpark eine Trockenvegetation, die Restinga. Im Westen geht die Restinga dann in den atlantischen Regenwald über. Außerdem gibt es Strandvegationen, Überschwemmungswälder, Sumpfgebiete und eben die Lagunen.
Wir waren während unseres Aufenthaltes in der Forschungsstation Núcleo de Pesquisas Ecológiacas de Macaé (NUPEM) untergebracht. Diese gehört zur Universität Rio de Janeiro (UFRJ). Sie wurde 1993 eingeweiht aufgrund eines Abkommens zweischen der UFRJ, der Stadt Macaé und der Ölfirma Petrobras. Diese hat in Macaé ihren Hauptsitz und fördert einen Großteil ihres Erdöles vor der Küste von Macaé. |
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| Die Gruppe beim Bad in einer der Süßwasser-Lagunen |
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| Die UFRJ hatte uns freundlicherweise einen kompletten Reisebus mit Fahrer (João, herzlichen Dank für Deine Unterstützung!). Damit konnten wir leicht die Restinga und die Lagunen in der Umgebung besuchen. Leider erwiesen sich diese Gebiete als nicht so ergiebig wie die anderen Etappenziele. Dennoch konnten wir einige schöne Echsen und Insekten beobachten. |
| Es stellte sich jedoch heraus, daß man auf der Station selbst sehr gut auf Kolibri-Beobachtung gehen konnte. Im Vorgarten standen einige Hibiskus-Büsche, und wir fanden schnell heraus, daß zwei verschiedene Kolibris diese regelmäßig zur Nektar-Naschen besuchten. Was lag also näher, als mit Kamera, Tele-Objektiv und Stativ bewaffnet Position zu beziehen und zu warten. Oft dauerte es auch gar nicht lang, bis unsere zwei kleinen Freunde erschienen. Dabei entstanden viele Fotos, von denen die hier gezeigten nur die besten sind. |
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| Der kleinere der beiden Kolibris |
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| Der Kleinere der Kolibris |
Der größere Kolibri an einer Kunstblume |
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| Ein Spülgang der heftigeren Art |
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Unsere Ausflüge führten uns bisweilen auch an den Strand. Natürlich ließen wir es uns dann nicht nehmen, ins Wasser zu gehen, obwohl die Wellen ziemlich hoch waren. Doch wir entwickelten daraus einen Sport: Wave-Swimming. Das Spannende daran ist, dem Rückstrom der Wellen ins Meer zu widerstehen und dann, wenn sich die Welle ca. fünf Meter über einem aufbäumt, den Absprung |
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zu schaffen und mit ihr an den Strand zu surfen, ohne einen kompletten Stone-Washed-Waschgang auf dem groben brasilianischen Sand abzubekommen. In der Tat waren wir nach 15 Minuten Wellenbad so blank geschliffen und sauber wie auf der ganzen Exkursion nicht. |
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Die Wellen bereiteten uns jedoch nicht nur Freude, wie folgende Anekdote zeigt. Am 1. April hatten wir die Ehre, mit dem Fischerboot zu einer der Inseln vor Macaé fahren zu dürfen. Diese Inseln gehören alle der brasilianischen Marine. Dort wollten wir Vögel beobachten und ein wenig Schnorcheln. Also fuhren wir zunächst einmal rund um eine der Inseln. Als wir dann aber die Enge zwischen zwei Inseln passieren wollten nahmen uns die Wellen, die von den Inseln hin und her geworfen wurden, daß das Meer nur so kochte, ins Kreuzfeuer. Plötzlich ein Ruf, und wir sehen wie ein Rucksack, eine Tasche und zum Schluß Matthias R. ins Meer geschleudert werden. Der Rucksack konnte gleich geborgen werden, Matze ein bißchen später, doch die Tasche stellte sich als seine Kamera heraus. Zwar bemühte sich Matthias schnell, die Tasche aus dem Wasser zu bekommen, aber leider zu spät. Das Salzwasser hatte ganze Arbeit geleistet und das gute Stück zerstört.
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| Am 3. April hieß es Abschied nehmen von Brasilien, zumindest für einen Teil von uns. Die Ekursion war beendet und für diejenigen, die nicht noch Urlaub in Brasilien machten, stand der letzte Programmpunkt bevor. Auf der Fahrt von Macaé nach Rio de Janeiro schauten wir noch kurz bei der Aufzucht- und Auswilderungsstation für Goldene Löwenäffchen Poço das Antas vorbei. |
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| Nach vier Wochen Exkursion kann man ganz schön erschöpft sein. |
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Nach dem Empfang durch die dortigen Mitarbeiter wurde uns aber schnell die hoffnung genommen, daß wir die Tiere überhaupt zu Gesicht bekommen würden, da sie sich in der Regel tief im Regenwald versteckt halten.
Dennoch fuhren wir im Jeep los, um unser Glück zu versuchen. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Wobei man allerdings zugeben muß, daß die moderne Technik dem Glück ein bißchen auf die Sprünge geholfen hat. Wir waren nämlich noch gar nicht weit gefahren, da stießen wir im Wald auf ein paar Biologen, bewaffnet mit Telemetrie-Gerät und einem Haufen Bananen. Und dank ihnen war es nun gar nicht mehr schwer, die Affen zu finden. Schon nach wenigen Schritten in den Wald hinein hörten wir Rascheln im Geäst und tatsächlich, da war eine Gruppe Löwenäffchen. So bekamen wir ein paar Tiere, die man im Zoo gut beobachten kann, doe in freier Wildbahn aber am Aussterben ist, in ihrem natürlicheb Lebensraum zu Gesicht. |
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Glücklich, und mit dem Gefühl, daß der Abschluß der Exkursion tatsächlich noch ein Höhepunkt gewesen war, fuhren wir nach Rio de Janeiro, wo wir dann nach einem leckeren Abschlußessen abends das Flugzeug bestiegen. Nach einem langen Rückflug durch die Nacht erreichten wir schließlich am 4. April Frankfurt am Main und zwei Stunden später Tübingen. |
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